Krematorium muss in städtischem Besitz bleiben

KV-G

In einem Schreiben an die Stadtratsfraktionen haben verschiedene Bestattungsunternehmen darauf aufmerksam gemacht, dass sie für den Erhalt des Krematoriums im Besitz der Stadt Gera eintreten. Darin heißt es:" ...Wir, die hiesigen Bestatter, haben uns bei einer gemeinsamen Interessenlage zusammengefunden um geschlossen Fürsprache für unser Krematorium einzulegen. Aus langjähriger Verbundenheit und kollegialem Miteinander heraus, bedauern wir die aktuelle Situation rund um das Krematorium der Stadt Gera.

Als sepulkrales und stadtkulturelles Gut mit einer weit über einhundertjährigen Geschichte und Tradition, währenddessen das Krematorium durch kommunale Hand betrieben wurde, plädieren wir ausdrücklich dafür, dass von einer Betreibung im Konzessionsverfahren dringend abgesehen wird. Aus unserer Stadtgeschichte heraus und im Sinne der Bürger der Stadt Gera, wäre der Betrieb durch ein privates Unternehmen eine unangemessene Alternative. Wir sind sicher, dass die Verantwortungsträger das nötige Potenzial besitzen, das Krematorium aus eigener Kraft neu zu beleben und dieses somit als eine wertvolle Institution der städtischen Infrastruktur, für die Bürger der Stadt Gera zu erhalten.   

Aus wirtschaftlicher Sicht, befallen uns erhebliche Zweifel daran, ob die preisliche Gestaltung im Falle einer Konzession verhältnismäßig bleiben würde..."

Im Antwortschreiben der Fraktion heißt es: "

"...Als wir vor wenigen Wochen Kenntnis erhalten haben über die Pläne der Geraer Stadtverwaltung, das Krematorium künftig durch ein privates Unternehmen betreiben zu lassen, war die Verwunderung darüber groß.

Sie haben recht, dass im Juni 2020 durch den Stadtrat das Folgende beschlossen wurde:

  • die Beauftragung der Verwaltung, die Planungsleistungen für den Neubau der 2. Ofenlinie des Krematoriums auszuschreiben sowie
  • weitere 15.000 EUR für die Finanzierung der Planungsleistungen zu verwenden.

Bedauerlicherweise ist zu konstatieren, dass die Verwaltung unter Verantwortung des zuständigen Baudezernenten nicht in der Lage gewesen ist, sich des Sachverhaltes frühzeitig anzunehmen. Ganz im Gegenteil: Es drängt sich der Gedanke auf, das die Privatisierung als der gangbarste Weg gesehen und entsprechend gehandelt wurde. Diese Verschleppungstaktiken bei der Umsetzung von Stadtratsbe-schlüssen durch die Verwaltung sind über den gesamten Verlauf der vergangenen Legislatur festzustellen und immer wieder Anlass zu Debatten im Stadtrat gewesen.

Als Fraktion haben wir unseren Widerspruch bei Bekanntwerden des Beschlussinhaltes deutlich gemacht und werden im Stadtrat einen Änderungsantrag zum Sachverhalt einbringen.

Wir sind ganz eindeutig gegen Privatisierungen öffentlichen Eigentums und von Dienstleistungen der Daseinsvorsorge wie des Krematoriums!

Wir befürchten erhebliche Preisanstiege für die Bevölkerung und darüber hinaus negative Konsequenzen für die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

In diesem Sinne werden wird uns auch öffentlich dazu verhalten..."

Die beiden Schreiben können Sie einsehen unter  Standpunkte/Stellungnahmen: DIE LINKE. Stadtverband Gera (die-linke-gera.de)