9. Juli 2018

Berufsschulstandort Gera sicher machen

Die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik ist mit ca. 1.000 Schülern und Auszubildenden eine der größten Berufsschulen in Ostthüringen und sie soll es auch bleiben.

Mit der Angliederung der Nahrungsmittelberufe der gewerblichen Berufsschule seit dem Schuljahr 2017/ 2018 ist nicht nur die Schüler- und Lehrerzahl gewachsen. Während der theoretische Unterricht räumlich im Haus 2 Robert – Erbe – Straße 1 stattfindet, müssen die die Auszubildenden und die Lehrer für die berufspraktische Ausbildung zum 8 km entfernten alten Standort in die Eiselstraße 44 pendeln. Die damit verbundenen Probleme erläuterten als Vertreter der Schulleitung Saskia Nörenberg, stellvertretende Schulleiterin und Ria Göbner, Fachrichtungsleiterin der Fachrichtung Backwaren/Konditoren, den Stadtratsmitgliedern Bernd Krüger (DIE LINKE), Christian Klein und Andreas Kinder (CDU) vor Ort am 9. Juli 2018.

Der nunmehr leer stehende Schulbau Gewerbliche Berufe Eiselstraße wurde bauzeitlich zusammen mit den für die praktische Ausbildung erforderlichen Werkstätten errichtet. Hier werden zukünftige Fleischer, Bäcker, Konditoren und Fachverkäufer der Nahrungsmittelberufe handlungsorientiert auf die Arbeit in den Ausbildungsbetrieben vorbereitet. Auf jeden Fall, darin sind sich die Vertreter des Stadtrates einig, muss das ein Thema des Schulentwicklungsprogramms sein. Um nicht mit vagen Zahlen und unsicheren Schätzungen zu operieren, ist umgehend eine Planung zumindest bis Leistungsphase 2 zu beauftragen, damit die Kostenschätzung nach DIN 276 als Planungsgrundlage für den Haushalt bzw. als Grundlage für die Vorbereitung von Fördermittelanträgen vorliegt. Wichtig dabei ist, dass keineswegs ein besonderes Funktionsgebäude, wie am Standort Eiselstraße, errichtet werden muss, da die erforderlichen Bruttoflächen in der Robert - Erbe - Straße 1 vorhanden sind. Fast die gesamte Ausstattung kann, so erklären Frau Göbner und Frau Nörenberg, übernommen werden.

Die fachlich zuständigen Ausschüsse des Stadtrates sollen sich dafür stark machen, dieses wichtige Vorhaben zeitnah auf den Weg zu bringen. Gera als Oberzentrum braucht diesen Schulstandort der gleichzeitig auch Prüfungsstandort der Handwerkskammer Ostthüringen für die Gesellenprüfungen ist, um gegen konkurrierende Städte zu bestehen und vor allem einer Abwanderung bzw. dem Abzug von Fachklassen bzw. ganzen Ausbildungsberufen durch die Schaffung von zeitgemäßen optimalen Lehr- und Lernbedingungen entgegen zu wirken.

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieben und Berufsschule kann sich nur entwickeln, wenn auch die räumliche Entfernung eine intensive Betreuung der Auszubildenden sowie schnelle Reaktionen und Kontakte ermöglicht. Zu klären ist, was die Berufsschulen benötigen, um den Qualitätsansprüchen der Ausbildungsbetriebe gerecht zu werden. Hierbei geht es nicht um kurzfristige Lösungsansätze. Traditionelles Handwerk soll und muss auch in Zukunft regional ausgebildet werden.