28. Februar 2018

Geraer LINKE fordert kostenfreien Nahverkehr

Vor dem Hintergrund der angekündigten neuerlichen Tarifsteigerungen im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) erklärt der Vorsitzende der Geraer LINKEN, Andreas Schubert:

„Mobilität ist ein entscheidender Teil der Daseinsvorsorge. Auch in Gera ist eine älter werdende Bevölkerung in immer größerem Maße von einem qualitativ hochwertigen ÖPNV abhängig, der auch allen zur Verfügung steht. Für viele Einwohner unserer Stadt, gerade auch Hartz-IV-Empfänger und deren Familien, oder auch die wachsende Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind, ist der tägliche Fahrschein unerschwinglich geworden. Somit werden immer mehr Menschen von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, von der Nutzung von Kultur-, Sport-, Beratungs- und Freizeitangeboten ausgeschlossen. Dies betrifft auch Einwohner, die ohne eigenes Fahrzeug in Stadtrandlagen wohnen, wo das Nahverkehrsangebot z.B. keinen Theater- oder Kinobesuch am Abend mehr zulässt. Hier muss das Angebot wieder deutlich erweitert werden!

Wenn jetzt auch noch Anreize für Autofahrer für einen Umstieg auf öffentlichen Nahverkehr verstärkt werden müssen, damit die Belastung unserer Umwelt mit Lärm und Abgasemmissionen deutlich reduziert wird – Stichwort Fahrverbote für Dieselfahrzeuge – dann ist der kostenfreie Bus, die kostenfreie Strassenbahn eine überzeugende Alternative.

Auch für all diejenigen, deren Mobilität aus finanziellen Gründen stark eingeschränkt ist, wäre der kostenfreie ÖPNV die Lösung des Problems.

Für die entfallenden Fahrscheinentgelte hat der Bund die finanziellen Möglichkeiten einen Ausgleich zu leisten. Diese Mittel wären nachhaltig zum Wohle der Allgemeinheit und für den Schutz unserer Umwelt angelegt. Alternativ kommt auch eine solidarische Umlagefinanzierung durch eine Mobilitätsabgabe von allen (erwachsenen) Einwohnern in Betracht, wie sie z.B. bei den Studenten schon praktiziert wird.

Die Zeit ist reif für kostenfreien Nahverkehr und auch die notwendigen Finanzen können dafür bereitgestellt werden. Es braucht dafür nur noch den politischen Willen der Verantwortlichen! Ein Sozialticket für finanziell Benachteiligte wäre ein erster Schritt in diese Richtung.“