2. Februar 2018 Knut Meenzen

Bundeswehr raus aus den Schulen!

Wir sehen immer wieder entsetzt, wie Kinder in bewaffneten Konflikten in Afghanistan, Syrien, dem Irak, Kolumbien oder vielen afrikanischen Länder als Soldaten missbraucht werden. Wir sehen ihr unfassbares Leid und können nicht erahnen, wie schlimm es für diese Kinderseelen sein muss, in Kriegen zu kämpfen, deren Elend selbst für Erwachsene nicht zu ertragen ist. Wir empören uns zu Recht, wie es eine Gesellschaft zulassen kann, dass man Kindern so etwas antut.

Wie können wir dann aber zulassen, dass auch in Deutschland - hier in Gera - Kinder und Jugendliche für den Dienst an der Waffe von der Bundeswehr angeworben werden – direkt in der Schule.

Am 1. Februar 2018 präsentierte sich die Bundeswehr mit einem Infostand beim Tag der offenen Tür in der 12. Regelschule. 

Zu diesem Werbeauftritt erklärt Knut Meenzen, stellvertretender Vorsitzender der LINKEN in Gera: 

Die Bundeswehr stellte sich zum Tag der offenen Tür als einfacher Ausbildungsbetrieb bzw. Arbeitgeber vor – gleichberechtigt mit Pflegediensten, Industriebetrieben oder Dienstleistern. Allerdings bagatellisiert diese Gleichsetzung das, wofür die Bundeswehr heute da ist, in vielen Auslandseinsätzen Kriege zu führen, wie in Afghanistan. Die Ausbildung von 17 und 18-jährigen Soldatinnen und Soldaten an Waffen läuft darauf hinaus, dass diese das Handwerk des Tötens lernen, noch bevor sie selbst im Strafrecht als Erwachsene gelten oder sich einfach nur ein Auto mieten dürften. 

Geworben wird damit, dass es cool ist, beim „Bund“ zu sein. 

Es ist angeblich besser, an einem Leopard-Panzer zu schrauben, als an einem VW Käfer. Wie cool es aber ist, aus einem fragwürdigen Auslandseinsatz mit abgeschossenem Bein nach Hause zu kommen, steht nicht auf den Plakaten der Bundeswehr. Auch nicht, ob es cool ist, wenn Eltern ihre im Einsatz gefallenen Kinder begraben müssen...

Die LINKE. versteht sich als Friedenspartei. Wir fordern seit Jahren „Bundeswehr raus aus den Schulen!“ 

Wir als Geraer LINKE. rufen alle Lehrerinnen und Lehrer, alle Erzieherinnen und Erzieher und vor allem alle Eltern auf, sich klar gegen Werbeveranstaltungen durch die Bundeswehr in unseren Schulen einzusetzen. Wir rufen dazu auf, die Fürsorge für die Schüler nicht zu vernachlässigen. Sie sollten das sein, was sie sind: Unbeschwerte Jugendliche und keine Soldaten.

Die Militarisierung in den Schulen in der DDR wurde zu Recht stark kritisiert – warum werden nun wieder dieselben Fehler gemacht?

Quelle: http://www.die-linke-gera.de/nc/startseite/aktuelles/detail/artikel/bundeswehr-raus-aus-den-schulen/