27. Januar 2012

Resignation nur bei Äußerungen von Frau Thiel

Als „völlig haltlos“ bezeichnet Mike Huster, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Geraer Stadtrat, die Erklärung von Frau Thiel, Fraktionsvorsitzende der Wählervereinigung „Arbeit für Gera“ zur Rede des Oberbürgermeisters Dr. Norbert Vornehm zum Neujahrsempfang der Stadt Gera: „Resignieren kann man nur bei den Äußerungen von Frau Thiel.
Es ist völlig unverständlich, wie Frau Thiel aus dem in der OTZ erwähnten Zitat

„Ich stehe für Gestalten! Lassen Sie uns also weiter gestalten. Nicht abwarten. Nicht nur reden. Auch auf die Gefahr hin, dass mal was daneben geht, dass nicht alles gelingt. Nehmen wir die Veränderungen bewusst an. Wie es unsere Vorfahren immer wieder getan haben. Meine Kollegin aus Mülheim an der Ruhr, Dagmar Mühlenfeld, hat das für ihre Stadt, die sicherlich nicht vor geringeren Herausforderungen steht als wir, kürzlich auf den Nenner gebracht: „Wir werden weniger, älter, bunter“.

Ja genau, was ist schlimm d’ran? Leiden Sie darunter, dass Ihre Lebenserwartung deutlich gestiegen ist? Raten Sie Ihren Kindern ernsthaft, ihre Ausbildung hinten an zu stellen, um so schnell wie möglich für Nachwuchs zu sorgen? Was spricht denn gegen Offenheit, gegen Zuwanderung von woanders her? Weshalb wollen wir ängstlich das Vergangene festhalten anstatt das Neue gestalten? ...“

die Feststellung treffen kann, „dass sich der OB Dr. Vornehm, mit den Tatsachen der Bildungs-, Alters- und Beschäftigungsstruktur in Gera abgefunden hat…“. Für die Stadt Gera, die von 1990 bis 2005 eine sinkende Einwohnerzahl von 130.000 auf 104.000 zu verzeichnen hatte, gilt, dass seit Jahren der demografische Wandel aktiv gestaltet wird: Haushalt, Verwaltungsreform, Flächennutzungsplan, Gewerbeflächenkonzept, Schulentwicklungsplanung, Kulturkonzeption, Innenstadtkonzeption, Entwicklungskonzept Wohnen, Sportentwicklungsplan und so weiter und so fort. Was beständig die Diskussion um diese sicher nicht immer leicht zu treffenden Entscheidungen begleitet, ist das Wehklagen von Frau Thiel, ohne auch nur einen konstruktiven Vorschlag zu machen.

Der industrielle Kahlschlag in Gera nach der Wende ist geschehen und eine Tatsache. Der Verlust einer Generation in dessen Folge auch. Dem Nachzujammern bringt uns nicht weiter. Wir müssen gestalten, um wieder zu wachsen. Seit einigen Jahren ist die wirtschaftliche Substanz der Stadt aber am Erstarken, was sich auch bei guter konjunktureller Lage an den deutlich gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen zeigt. Die Abwanderung ist gestoppt, Gera erstarkt beim Tourismus, wie die Marke von 200.000 Übernachtungen im Jahr 2011 beweist. Das sichert Arbeitsplätze und Kaufkraft. Das Setzen auf Kunst und Kultur zahlt sich aus.
An den Beispielen zeigt sich, dass wir aktiv gestalten und attraktiver als Stadt geworden sind. Veranstaltungen und Feste haben einen enormen Qualitätsgewinn erbracht, Besucher aus nah und fern wissen das zu würdigen. Und wenn es Klagen gibt, dann die, dass zu viel Leute da sind und nicht zu wenige, wie beispielsweise bei der Eröffnung des Märchenmarktes. Frau Thiel sollte zur Kenntnis nehmen, dass sich die Stadt Gera viel lebendiger entwickelt hat, als sie das offenbar wahrzunehmen in der Lage ist. Stolz erzeugt man nicht mit permanentem Jammern, sondern mit Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit“, so  Mike Huster abschließend.