17. Februar 2017

LINKE startet neuen Anlauf für Sozialticket

DIE LINKSFRAKTION hat für die Februar-Sitzung des Stadtrates einen neuen Anlauf für ein Sozialticket auf die Tagesordnung gesetzt:

Mit Beschluss des Stadtrates soll die Stadt den GVB beauftragen, sich für die Einrichtung eines Sozialtickets im Tarifgefüge des gesamten Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) ab 01. Januar 2018 einzusetzen. 

Das neue Sozialticket soll als Monatskarte ohne Abonnement eingerichtet werden, wobei sich die Kosten des Sozialtickets am Regelsatz für Mobilität nach SGB II orientieren müssen.

Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für die soziale Teilhabe und die Chancen am Arbeitsmarkt. Benachteiligung erfahren vor allem Menschen mit geringem Haushaltseinkommen. Ihnen muss der öffentliche Personennahverkehr zu angemessenen Preisen Mobilität als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ermöglichen.

Dies hat nicht nur, aber gerade auch in Gera ganz konkrete Auswirkungen:

Als Stadt mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen, die unmittelbar von Armut betroffen sind, wird diesen die Nutzung von Angeboten der Sportvereine, städtischer Bildungs- und Kultureinrichtungen z.B. der Volkshochschule und der Bibliothek aber auch Beratungs- und Betreuungsangebote durch die Beförderungskosten für Hin-und Rückfahrt erschwert oder gänzlich unmöglich gemacht.

Dies betrifft ebenso auch alle Einwohner anderer Altersgruppen, die auf Transferleistungen angewiesen sind, und auf Grund der dort einkalkulierten niedrigen Kostensätze für Mobilität in hohem Maße von der Nutzung städtischer Angebote, die nicht zufällig in unmittelbarer Nachbarschaft vorhanden sind, de facto ausgeschlossen werden.

Mit einem Sozialticket kann dies nach Überzeugung der LINKEN vermieden werden. Zeitgleich werden neue Kundenpotenziale für den GVB erschlossen. Dafür eine nachhaltige Lösung im Rahmen des gesamten Verkehrsverbundes zu finden, ist also ein Aufgabe für die es viele gute Gründe gibt.