weiter: VerbundtarifDer die Fläche des Freistaats Thüringen erschließende SPNV und der städtische StPNV werden derart verknüpft, dass durchgehende, weitest möglich vertaktete Verkehrsangebote gewährleistet werden. Gemäß ThürÖPNVG kann somit die Stadt Gera ihrer Funktion als ÖPNV-Aufgabenträger gerecht werden, indem Fahrplanangebote, Beförderungsentgelte und Beförderungsbedingungen mit dem Ziel harmonisiert werden, durchgehende Tarifangebote zu schaffen. Weiterhin wird ein maßgebliches Ziel des Gemeinsamen Nahverkehrsplanes der Stadt Gera und des Landkreises Greiz 2008 bis 2012 fristgerecht umgesetzt. Mit der Erweiterung des Verbundraumes Mittelthüringen gewinnt der ÖPNV in und um Gera an Attraktivität. Zugangshemmnisse zum System Öffentlicher Personennahverkehr werden durch unternehmensübergreifende Fahrausweise und Verkehrsinformationen abgebaut. Der ÖPNV-Nutzer kann einfacher über bisherige Stadt- und/oder Verkehrsunternehmensgrenzen hinweg ökologische Verkehrsmittel nutzen. Durch Abstimmung der Fahrpläne, Verbesserung der Umsteigemöglichkeiten und Optimierung von Anschlusszeiten wird eine zügige und komfortable Reisekette im Verbundraum erreicht.
Rede von Bernd Leithold:
Gestatten Sie mir bitte einige Vorbemerkungen. Den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke- Unternehmen wurden durch die Wirtschaftsprüfgesellschaft am 12.05.2010 die Prüfberichte der Jahresabschlüsse zum 31.12.2009 und Lageberichte vorgestellt. Die GVB GmbH betreffend, wurde nicht nur ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk sondern ein im höchstem Maß effektives Wirtschaften attestiert. Obwohl die Umsatzerlöse aus Fahrscheinverkauf um 203 T€ niedriger ausfielen als 2008 wurden im Jahr 2009 immerhin 16.848.451 Fahrgäste allerdings auch 373.713 Fahrgäste weniger als 2008 befördert. Die Minderung der Fahrgastzahlen ist dabei insbesondere auf die rückläufige Bevölkerungsentwicklung, die spürbare Verringerung des Schülerverkehrs und den erheblichen Einbruch bei den Sonderfahrten ursächlich zu suchen. Trotz alledem konnte die Aufwandsdeckungsquote bei 81,8% gehalten werden. In Spitzenwert bezogen auf vergleichbare Verkehrsunternehmen im Freistaat Thüringen und mehr als ein Achtungszeichen Bundesweit. Aber diese Entwicklung, soll sie weiter ein Markenzeichen des ÖPNV in der Otto-Dix-Stadt Gera bleiben, braucht eine verlässliche Zukunftsstrategie. Wir können auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen, die es sich zur Aufgabe an ihren Arbeitsplatz gemacht haben ihren Anteil an einen attraktiven und effizienten ÖPNV zu leisten und dies 365 Tage im Jahr. Aber damit dies so bleibt, brauchen wir die zeitnahe Weiterführung des Stadtbahnprogramms und die Linie 4 nach Langenberg, wie auch den Beitritt zum Verbundtarif Mittelthüringen. Den Beitritt haben wir schon einmal mehrheitlich beschlossen und das dies kein Ausrutscher war, davon zeugt die Formulierung im gemeinsamen Nahverkehrsplan 2008 – 2012, die Schaffung eines einheitlichen Tarifsystems, dass gleichermaßen für die Benutzung aller Linien im Landkreis Greiz und der Stadt Gera gilt. Ich kann mich, die zurückliegenden 20 Jahre betreffend, nicht an eine Vorlage erinnern die so umfassend und mit hohen Zeitaufwand in den Ausschüssen auch teilweise sehr kontrovers behandelt wurde. Auch gab es dabei Zeiten in denen unsägliche Stellvertreterkriege geführt wurden. Die Zeit ist nun vorbei, heute und nur heute braucht es eine mehrheitliche positive Entscheidung. Alle die sich heute für den Beitritt entscheiden, entscheiden sich für einen ökologischen, attraktiven und effizienten ÖPNV in Mittelthüringen an dem die Stadt Gera einen großen Anteil haben wird. Wir treffen eine in die Zukunft gerichtete Entscheidung, bauen Zugangshindernisse zum öffentlich Personennahverkehr ab, steigern die Attraktivität und gewinnen für uns als Stadt potentielles Fahrgastaufkommen. Für alle die, die immer neue Ausflüchte suchen gleich aus welcher Motivation heraus, sollten sich überlegen ob rückwärtsgewandtes Denken in unserer Zeit opportun ist. Die Verkehrsverbünde gibt es sehr lange, sie haben eine Erfolgsgeschichte und ihnen gehört die Zukunft.