weiter: Kapp-PutschDoch auch wenn er nach fünf Tagen scheiterte – mit diesem Putsch wurde bereits jener Weg eingeschlagen, der dreizehn Jahre später zum schmählichen Ende der Republik von Weimar führte. Schon damals begann der kaum unterbrochene Abstieg von jener parlamentarischen Demokratie, welche das Ergebnis der Novemberrevolution darstellte und die Eingang in die Bestimmungen der Weimarer Verfassung gefunden hatte. Gerettet wurden Demokratie und Parlamentarismus durch einen geschichtlich einmaligen Generalstreik. Doch für die deutschen Linken verband sich dies auch mit Auseinandersetzungen um die Frage, was am Geretteten schützenswert und verteidigungswürdig war und was nicht. In ihren Debatten spielte die Erinnerung an den Putsch stets eine zentrale Rolle – was ihnen bereits 1922 von einem DVP-Politiker im Thüringer Landtag den Vorwurf einbrachte, sie würden ständig den „Kapp-Hengst“ reiten. Auch damit wird sich Manfred Weißbecker, er war bis 1992 Professor für Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen über die Weimarer Republik und den Faschismus, im Geraer Gespräch auseinandersetzen.